Drei Jahrhunderte Geschichte(n)

Die Anfänge des Élysée-Palastes

Anfang des 18. Jahrhunderts ist Paris im vollen Wachstum und zahlreiche Stadtpalais werden in den Faubourgs errichtet. Armand-Claude Mollet, der künftige Architekt von Ludwig XV., wird vom Grafen von Évreux beauftragt, eine Freizeitresidenz für ihn zu bauen. Die Arbeiten an dem Gebäude, das später der Élysée-Palast werden wird, beginnen 1718 und enden 1722.

1753 erwirbt die Marquise de Pompadour, Favoritin von Ludwig XV., das Stadtpalais. Da sie die meiste Zeit in Versailles verbringt, wohnt sie dort nur gelegentlich und vererbt den Palast nach ihrem Tod 1764 an den König. Der König macht ihn zum vorübergehenden Sitz des Königlichen Möbellagers.

Nach einigem Hin und Her wird der Palast 1787 von der Cousine des Königs, der Herzogin von Bourbon, zurückgekauft. Von dem Namen „Hôtel de Bourbon“ oder „Élysée-Bourbon“, den man ihm in dieser Epoche gab, stammt sein heutiger Name.

Das Gebäude übersteht die Turbulenzen der Französischen Revolution 1789 unbeschadet und wird zu mehreren Bestimmungszwecken eingesetzt, so als Wohnsitz für Privatleute, Sitz der Kommission für den Versand von Gesetzen und der Druckerei der Gesetzessammlung oder als nationales Depot für beschlagnahmte Möbel von Emigranten oder Verurteilten.

 

Vom Élysée-Murat zum Élysée-Napoléon

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts geht der Palast ins Eigentum des Prinzen Joachim Murat, Gemahl von Caroline Bonaparte und Schwager von Napoleon I., über. 

1808 wird der Prinz Murat zum König von Neapel ernannt und überlässt Napoleon I. seine sämtlichen Besitztümer in Frankreich, darunter auch den Palast, der nun den Namen „Élysée-Napoléon“ bekommt.

Der Kaiser beschießt, sich im Februar 1809 dort niederzulassen und weilt dort zwei Monate, bis er am 13. April zu seinem Feldzug gegen Österreich aufbricht. 1812 kehrt er zurück und bleibt bis zum 22. Juni 1815, dem Tag, an dem er im silbernen Boudoir seine Abdankung unterzeichnet.

In der Folgezeit wird der Élysée-Palast zum Wohnsitz ausländischer Prinzen und Aristokraten für ihren Aufenthalt in Paris.

 

Von Ludwig XVIII. bis zu Napoleon III.

1816 geht der Palast wieder in den Besitz der französischen Krone über. König Ludwig XVIII. gibt ihn an seinen Neffen, den Herzog von Berry, weiter, als dieser Maria Karolina von Neapel-Sizilien heiratet.

Vier Jahre später nimmt ihn der neue König Louis-Philippe in Besitz und macht ihn bis 1848 zu einer Residenz für ausländische Gäste Frankreichs, die in Paris zu Besuch sind.

Nach der Revolution von 1848 und der Errichtung der 2. Republik wird der Élysée-Palast zur Residenz des neu gewählten Staatspräsidenten: Louis-Napoléon Bonaparte, Neffe des Kaisers Napoleon I. Er unternimmt eine Komplettsanierung des Palastes, im Zuge derer die Räume eingerichtet werden, die man heute kennt. 

1852 setzt Louis-Napoléon Bonaparte der jungen Republik mit einem Staatsstreich ein Ende und wird unter dem Namen Napoleon III. zum Kaiser. Er beschließt, sich im Tuilerien-Palast niederzulassen und verlässt das „Élysée-National“, setzt aber dennoch die Renovierungsarbeiten fort.

 

Der Palast der französischen Staatspräsidenten

Nach einer Phase politischer Unruhen wird der Élysée-Palast im Zuge der Errichtung der 3. Republik zum offiziellen Wohnsitz des Staatschefs. Der erste, der dort einzieht, ist der Präsident Patrice de Mac Mahon im Jahr 1874.

Von 1940 bis 1946 wird der Palast vom Staatschef verlassen und findet erst unter dem Mandat des Präsidenten Vincent Auriol (1947-1954) zu seiner Funktion als Präsidentensitz zurück.

Als General de Gaulle 1958 an die Macht kommt und das Amt des Präsidenten zum wichtigsten Schiedsgericht des politischen Geschehens in Frankreich werden lässt, wird der Élysée-Palast in der 5. Republik zum Schaltzentrum der Macht. 

Der Élysée-Palast in Bildern